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Daniel-Fasten in der Praxis: Einkauf, Mahlzeiten und Studienlage

Das Daniel-Fasten ist ein Teilfasten nach dem Buch Daniel: 10 oder 21 Tage lang essen Sie nur Pflanzliches und trinken Wasser. Fleisch, Milchprodukte, Eier, Zucker, Hefebrot, Kaffee und Alkohol bleiben weg. In Deutschland halten es viele in der Passionszeit vor Ostern oder im Januar, wenn Freikirchen zu drei Wochen Gebet und Fasten einladen.

Weil Sie jeden Tag satt werden, hängt das Gelingen vor allem an der Planung. Die Schritte unten folgen der Reihenfolge, in der Sie sie erleben, vom Einkauf bis zum ersten Frühstück danach, samt dem, was die wenigen Studien gemessen haben.

1. Wählen Sie die Dauer: 10 oder 21 Tage

Das Fasten geht auf zwei Stellen zurück. Im ersten Kapitel soll der junge Daniel am Königshof in Babylon von der Tafel des Königs essen. Er bittet um eine Probe von zehn Tagen, in der man ihm und seinen Freunden nur Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gibt (Daniel 1,12). Das hebräische Wort meint alles, was aus Samen wächst, deshalb zählen die meisten Gemeinden Hülsenfrüchte und Getreide dazu. In Kapitel 10 trauert Daniel drei Wochen lang: Er isst keine leckere Speise, Fleisch und Wein kommen nicht in seinen Mund (Daniel 10,2-3).

Fastet Ihre Gemeinde im Januar gemeinsam, folgen Sie ihrem Kalender, meist mit 21 Tagen. Wer zum ersten Mal allein fastet, kommt mit 10 Tagen gut zurecht. In der Passionszeit passen die 21 Tage in die letzten drei Wochen vor Ostern; der Ostersonntag ist dann Ihr erster Tag danach.

Schreiben Sie vorher in einem Satz auf, wofür Sie beten, und reservieren Sie dafür die Viertelstunde, in der sonst die Kaffeemaschine läuft. Wo das Daniel-Fasten zwischen den anderen Formen steht, zeigt unser Überblick über die 12 Fastenarten in der Bibel. Es gehört zu den mildesten, weil Sie normal essen und voll arbeiten können.

2. Klären Sie, was beim Daniel-Fasten auf den Teller kommt

Die Regel passt in eine Zeile: wenig verarbeitete Pflanzenkost und Wasser. Die Tabelle zeigt die verbreitete Fassung, die auch in den Studien galt. In Grauzonen gilt, was Ihre Gemeinde vorgibt.

LebensmittelgruppeWährend des FastensBeispiele
Gemüse und ObstJa, nach BeliebenGrünkohl, Möhren, Lauch, Rote Bete, Äpfel, Tiefkühlbeeren ohne Zucker
HülsenfrüchteJa, zu den meisten MahlzeitenTellerlinsen, Kichererbsen, weiße Bohnen, Kidneybohnen, getrocknete Erbsen
Vollkorn und KartoffelnJaHaferflocken, Naturreis, Hirse, Buchweizen, Vollkornnudeln ohne Ei, Kartoffeln
Nüsse, Saaten und ÖleJa, in kleinen MengenWalnüsse, Haselnüsse, Leinsamen, Rapsöl, Leinöl
Fleisch, Fisch, Eier, MilchprodukteNeinWurst, Schinken, Hering, Käse, Quark, Joghurt, Butter
Zucker, Hefebrot, GenussmittelNeinBrötchen, Mischbrot, Honig, Marmelade, Kaffee, Schwarztee, Bier, Wein

Beim Brot entscheiden Sie vor dem ersten Tag. Brötchen und fast alle Vollkornbrote gehen mit Hefe oder Sauerteig auf und fallen weg. Viele Gemeinden erlauben Roggenknäckebrot aus Vollkornmehl, Wasser und Salz; manche Sorten enthalten allerdings Hefe oder Zucker.

Pellkartoffeln mit Quark sind nicht erlaubt, weil Quark ein Milchprodukt ist. Mit Leinöl, grobem Salz und Schnittlauch gehen sie. Den Linseneintopf kochen Sie ohne Würstchen und Speck, dafür mit einem Schuss Essig.

Getrunken wird Wasser, still oder mit Kohlensäure. Honig steht trotz seiner Natürlichkeit auf fast jeder Liste beim Zucker. Bleiben Sie zusätzlich täglich einige Stunden ohne Essen, lesen Sie unter Bricht Honig das Fasten?, warum schon ein Teelöffel diese Pause beendet.

3. Bereiten Sie sich in der Woche davor vor

In der ersten Studie hatten die Teilnehmenden eine Woche zur Vorbereitung und hielten sich danach nach eigenen Angaben zu knapp 99 Prozent an den Plan. Nutzen Sie diese Woche genauso:

  • Kaffee ausschleichen. Streichen Sie jeden zweiten Tag eine Tasse, dann liegen die Entzugskopfschmerzen hinter Ihnen, wenn das Fasten beginnt.
  • Vorräte anlegen. Tellerlinsen, Kichererbsen im Glas, Haferflocken, Naturreis und Walnüsse decken die meisten Mahlzeiten ab. Frisches holen Sie samstags auf dem Wochenmarkt, im Januar etwa Grünkohl, Pastinaken oder Rote Bete.
  • Etiketten lesen. Zucker, Hefe und Milchpulver stecken oft in Brot, Fertigsuppen und Dressings, Hefeextrakt in gekörnter Gemüsebrühe.
  • Hülsenfrüchte steigern. Wer sonst selten Linsen isst und plötzlich zweimal täglich, bekommt oft Blähungen. Bauen Sie schon jetzt zwei bis drei Portionen ein.

Beim gewöhnlichen Intervallfasten ist schwarzer Kaffee erlaubt, wie unsere Seite Bricht Kaffee das Fasten? zeigt. Das Daniel-Fasten verzichtet dagegen bewusst auf Genussmittel, wobei einige Gemeinden eine Tasse am Tag erlauben. Legen Sie Ihre Fassung vor dem Start fest, dann verhandeln Sie morgens um sieben nicht mit sich selbst.

4. Planen Sie Ihre Mahlzeiten: ein Beispieltag

Der klassische Fehler ist ein Teller nur mit Gemüse; um 15 Uhr knurrt dann der Magen. Legen Sie zu jeder Mahlzeit Hülsenfrüchte oder Vollkorn dazu. So sieht ein Arbeitstag mit Brotdose aus:

MahlzeitWas Sie essenEiweiß, etwa
Frühstück, 7 UhrHaferbrei aus 60 g Haferflocken mit Wasser, ein geriebener Apfel, Zimt und 15 g Walnüsse10 g
Mittagessen, 12:30 UhrLinseneintopf aus 80 g Tellerlinsen mit Kartoffeln, Möhren und Lauch, vom Vorabend in der Brotdose24 g
Nachmittag, 15:30 UhrEine Birne und 25 g Mandeln6 g
Abendessen, 19 UhrGemüsepfanne mit 200 g gegarten Kichererbsen, Paprika und Spinat, dazu 60 g Naturreis (Rohgewicht)24 g

Zusammen sind das gut 60 g Eiweiß. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen bis 65 Jahre 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht, bei 70 kg also rund 56 g. Trainieren Sie viel, nehmen Sie eine zweite Kelle Linsen dazu. Ob ein Teller ungefähr hinkommt, schätzt der Mahlzeiten-Scan in FastTrack aus einem Foto, mit Kalorien und Makros.

An anderen Abenden passen Gemüsesuppe mit weißen Bohnen und Knäckebrot oder Grünkohl mit Salzkartoffeln, nur ohne Pinkel und Kasseler. Bietet die Kantine bloß Salatbar und Beilagen, nehmen Sie die Brotdose mit. Beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst hilft ein Apfel in der Tasche über den Kuchentisch hinweg.

5. Was die Studien zum Daniel-Fasten gemessen haben

Es gibt nur eine Handvoll Studien, fast alle aus einem Labor der University of Memphis. Sie sind klein, gemessen wurde vor und nach 21 Tagen, und keine hatte eine Kontrollgruppe, die wie gewohnt weiteraß.

  • Bloomer, 2010: 43 Erwachsene aßen nach Belieben, nur eben nach den Regeln des Fastens. Das Gesamtcholesterin sank im Mittel von 171 auf 139 mg/dl, das LDL von 98 auf 76 mg/dl, der Blutdruck von 115/72 auf 106/67 mmHg. Auch das schützende HDL fiel, von 56 auf 48 mg/dl. Das Gewicht änderte sich nicht signifikant, obwohl die Teilnehmenden ohne Kalorienzählen von etwa 2185 auf 1722 Kilokalorien am Tag kamen.
  • Trepanowski, 2012: 39 Erwachsene mit unterschiedlichem Gewicht, einige mit Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck; zusätzliches Krillöl machte keinen Unterschied. LDL, Nüchternblutzucker, Nüchterninsulin und der obere Blutdruckwert sanken, das mittlere Gewicht ging von 74,1 auf 71,5 kg zurück.
  • Alleman, 2013: 29 Erwachsene hielten die klassische Form oder eine abgewandelte mit täglich einer Portion magerem Fleisch und Magermilch, etwa 30 g mehr Eiweiß. In beiden Gruppen verbesserten sich die Blutfette ähnlich deutlich, und ein Entzündungswert sank.

Bei diesen Freiwilligen bewegten drei Wochen Pflanzenkost also kurzfristige Blutwerte in eine günstige Richtung. Ob nach Monaten etwas davon bleibt, hat keine dieser Studien untersucht. In der ersten aßen die Teilnehmenden zudem von selbst weniger, sodass sich die Wirkung der Pflanzenkost nicht von der der kleineren Menge trennen lässt. Beim Gewicht reichten die Ergebnisse von keiner nennenswerten Änderung bis zu 2,6 kg weniger im Mittel; wie viel sich bei Ihnen tut, hängt davon ab, wie Sie vorher gegessen haben.

6. Achten Sie auf Eiweiß und B12 und steigen Sie langsam aus

Ohne tierische Lebensmittel sinken Eiweiß und gesättigte Fette. Das Team aus Memphis beschreibt bei der klassischen Form einen Verlust an fettfreier Masse und ein sinkendes HDL und testete deshalb die Variante mit Fleisch und Milch. Mit Hülsenfrüchten zu zwei oder drei Mahlzeiten und Ihrer gewohnten Bewegung können Sie trotzdem bei der klassischen Form bleiben. Arbeiten Sie körperlich schwer oder sind Sie über 65, besprechen Sie die abgewandelte Variante mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Vitamin B12 steckt fast nur in tierischen Lebensmitteln. Eine Übersicht über 18 Studien fand bei Vegetariern häufig einen Mangel, öfter noch bei Veganern; unter den vegetarisch lebenden Schwangeren waren es 62 Prozent. Das betrifft Menschen, die seit Jahren so essen, für drei Wochen reichen die Speicher meist aus. Fasten Sie mehrmals im Jahr so oder leben Sie ohnehin vegan, fragen Sie in der Hausarztpraxis nach einem B12-Präparat oder einer Blutuntersuchung.

Am 22. Tag kehren Sie schrittweise zurück: zuerst ein Ei oder ein Naturjoghurt, ein, zwei Tage später Fleisch oder Fisch, dann Kaffee in kleiner Tasse, der nach drei Wochen Pause oft stärker wirkt als erwartet. Endet Ihr Fasten zu Ostern, nehmen Sie sich vom Osterfrühstück zuerst ein Ei und eine Scheibe Hefezopf und lassen den Schinken bis zum Mittag liegen.

7. Wann Sie das Daniel-Fasten anpassen oder darauf verzichten

Das Daniel-Fasten ist milder als ein Wasserfasten, verändert aber Blutzucker und Blutdruck. Sprechen Sie in diesen Fällen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt:

  • Diabetes mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen: In einer Studie sank der Nüchternblutzucker binnen drei Wochen. Ohne angepasste Dosis drohen Unterzuckerungen.
  • Blutdrucksenker: Der Blutdruck fiel in den Studien um einige mmHg. Zusammen mit den Tabletten kann das beim Aufstehen schwindlig machen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Der Bedarf an Eiweiß, Eisen und B12 steigt. Infrage kommt eine Form mit Eiern oder Milchprodukten, abgesprochen mit Ärztin oder Hebamme.
  • Nierenerkrankung: Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Nüsse liefern viel Kalium und Phosphat, die manche Nierendiäten begrenzen.
  • Essstörung in der Vorgeschichte: Wochen mit Verbotslisten können alte Muster zurückholen. Ein Verzicht aufs Handy bewahrt den geistlichen Kern ohne dieses Risiko.
  • Unter 18 Jahren: Im Wachstum geht ausreichendes Essen vor, ein Medienfasten passt besser.

Brechen Sie ab und essen Sie normal, wenn Ihnen schwindlig wird, Sie Herzklopfen bekommen oder wiederholt niedrige Blutzuckerwerte messen. Nach einer Ohnmacht lassen Sie sich ärztlich untersuchen, außerhalb der Sprechzeiten über den Bereitschaftsdienst 116117. Ein Abbruch aus gesundheitlichen Gründen nimmt dem Fasten nichts von seinem Sinn.

Kurz zusammengefasst

Das Daniel-Fasten dauert 10 oder 21 Tage, mit Pflanzenkost und Wasser. Bereiten Sie sich eine Woche vor, schleichen Sie den Kaffee aus und legen Sie zu jeder Mahlzeit Linsen, Bohnen oder Vollkorn. Die kleinen Studien ohne Kontrollgruppe sahen nach drei Wochen bessere Cholesterin- und Blutdruckwerte, beim Gewicht reagierte jeder anders. Mit Diabetes-Medikamenten oder in der Schwangerschaft planen Sie das Fasten vorher mit Ihrer Praxis.

Häufige Fragen

Was darf man beim Daniel-Fasten essen?

Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Kartoffeln, Nüsse, Saaten und Pflanzenöle, dazu Wasser. Die klassische Form lässt Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Zucker, Hefebrot, Kaffee und Alkohol weg. Die Details legt meist Ihre Gemeinde fest.

Ist Brot beim Daniel-Fasten erlaubt?

Brot mit Hefe oder Sauerteig fällt nach der verbreiteten Regel weg, also auch Brötchen und die meisten Vollkornbrote. Viele Gemeinden erlauben ungesäuertes Brot wie Roggenknäckebrot aus Vollkornmehl, Wasser und Salz. Prüfen Sie dafür die Zutatenliste.

Darf ich beim Daniel-Fasten Kaffee trinken?

Die klassische Form verzichtet auf Kaffee, weil sie Genussmittel ausschließt. Manche Gemeinden erlauben eine Tasse schwarzen Kaffee am Tag. Entscheiden Sie sich vor dem Start und reduzieren Sie den Kaffee schon in der Woche davor.

Wie lange dauert das Daniel-Fasten?

Meist 21 Tage, nach den drei Wochen aus Daniel 10. Eine Version mit 10 Tagen nach Daniel 1 eignet sich gut für den ersten Versuch.

Nimmt man beim Daniel-Fasten ab?

Das lässt sich nicht vorhersagen. In einer Studie über 21 Tage änderte sich das Gewicht nicht signifikant, in einer anderen sank es im Mittel um 2,6 kg. Es hängt vor allem davon ab, wie Sie vorher gegessen haben.

Kann ich das Daniel-Fasten mit Diabetes machen?

Oft ja, aber nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders wenn Sie Insulin oder Sulfonylharnstoffe nehmen. In einer Studie sank der Nüchternblutzucker schon in drei Wochen, und die Dosis muss womöglich angepasst werden.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle ärztliche Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt, bevor Sie einen Fasten- oder Ernährungsplan beginnen oder ändern, insbesondere wenn Sie an einer Vorerkrankung leiden, schwanger sind oder Medikamente einnehmen.

Quellen

  1. Bloomer RJ, Kabir MM, Canale RE et al. (2010). Effect of a 21 day Daniel Fast on metabolic and cardiovascular disease risk factors in men and women. Lipids Health Dis, 9, 94. Auf PubMed ansehen
  2. Trepanowski JF, Kabir MM, Alleman RJ Jr et al. (2012). A 21-day Daniel fast with or without krill oil supplementation improves anthropometric parameters and the cardiometabolic profile in men and women. Nutr Metab (Lond), 9(1), 82. Auf PubMed ansehen
  3. Alleman RJ Jr, Harvey IC, Farney TM et al. (2013). Both a traditional and modified Daniel Fast improve the cardio-metabolic profile in men and women. Lipids Health Dis, 12, 114. Auf PubMed ansehen
  4. Pawlak R, Parrott SJ, Raj S et al. (2013). How prevalent is vitamin B(12) deficiency among vegetarians?. Nutr Rev, 71(2), 110-7. Auf PubMed ansehen

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