Fasten mit Gemüsebrühe: Rezept, Tagesmenge und wann sie das Fasten bricht
Fasten mit Gemüsebrühe ist in Deutschland seit Jahrzehnten üblich: über den Tag verteilt Wasser und Kräutertee, dazu ein oder zwei Tassen heiße, klare Brühe mit etwas Salz. So läuft es beim Heilfasten nach Buchinger und in vielen Fastenwochen zu Hause zwischen Aschermittwoch und Ostern.
Eine abgesiebte Tasse hat nur wenige Kalorien. Wichtiger ist das Salz, denn in den ersten Fastentagen verlieren Sie über die Nieren mehr Natrium als sonst. Unten finden Sie ein Grundrezept, die passende Menge pro Tag, Kalorien und Natrium pro Tasse und die Antwort auf die Frage, bei welcher Fastenform die Brühe das Fasten bricht.
1. Klären Sie, ob Fasten mit Gemüsebrühe zu Ihrer Fastenform passt
Ob eine Brühe Ihr Fasten bricht, hängt davon ab, wie Sie fasten. Eine abgesiebte Tasse bringt etwa 5 bis 15 Kilokalorien. Bei einem Fasten mit null Kalorien ist das streng genommen schon ein Bruch. Beim Heilfasten gehört die Brühe dagegen fest dazu, und bei langen Fastenzeiten liefert sie das Salz, das Ihnen sonst fehlt.
| Fastenform | Bricht eine Tasse das Fasten? | So gehen Sie vor |
|---|---|---|
| Intervallfasten 16:8 oder 14:10 | Streng genommen ja | Brühe ins Essensfenster legen, im Fastenfenster Wasser, Tee oder schwarzen Kaffee trinken |
| 24 bis 36 Stunden fasten | Streng genommen ja, die Ketose stört sie kaum | Eine Tasse, wenn Kopfschmerzen oder Frösteln einsetzen |
| Heilfasten nach Buchinger | Nein, sie ist Teil der Methode | Ein bis zwei Tassen am Tag, mittags oder abends |
| Wasserfasten | Ja, es ist dann kein reines Wasserfasten mehr | Salz mit der Praxis absprechen, über 72 Stunden nur unter ärztlicher Aufsicht fasten |
| Suppenfasten mit pürierten Suppen | Kein Fasten im engeren Sinn, eher eine leichte Kost | Mit deutlich mehr Kalorien rechnen als beim Heilfasten |
| Nüchtern zur Blutabnahme | Ja | Nur Wasser trinken, so wie es die Praxis vorgibt |
Knochenbrühe ist ein Sonderfall: Sie enthält Eiweiß und etwas Fett und kommt auf etwa 30 bis 50 Kilokalorien pro Tasse. Was das für Ihr Fastenfenster bedeutet, lesen Sie unter Bricht Knochenbrühe das Fasten?
2. Verstehen Sie, warum Ihr Körper beim Fasten Salz braucht
In den ersten Fastentagen scheiden die Nieren Ketonkörper aus und mit ihnen Natrium. Später übernimmt Ammonium diese Rolle, und der Verlust wird kleiner. Wie viel Natrium anfangs verloren geht, hat eine kleine belgische Studie gemessen: Acht Menschen mit Adipositas fasteten sieben Tage und bekamen jeden Tag dieselbe Menge Natrium, 51 mmol oder etwa 1,2 g. Bis zum vierten Tag stieg die Ausscheidung im Urin von 35 auf 109 mmol am Tag, rund 2,5 g Natrium und damit gut doppelt so viel, wie sie zu sich nahmen. Danach sank sie wieder.
In der Buchinger-Klinik in Überlingen tranken 1.422 Fastende unter täglicher ärztlicher Kontrolle drei Liter Wasser oder Kräutertee am Tag, dazu mittags 250 ml Saft und abends 250 ml Gemüsesuppe, zusammen 200 bis 250 Kilokalorien. Das Natrium im Blut sank im Schnitt nur leicht, von 140,1 auf 138,7 mmol/l. Sechs Gäste bekamen einen leichten Natriummangel mit Werten bis hinunter auf 127 mmol/l, und Kochsalz glich ihn jedes Mal aus. Nebenwirkungen insgesamt wurden bei weniger als einem Prozent gemeldet. Wie eine solche Woche mit Entlastungstagen und Aufbau abläuft, steht unter Fasten nach Buchinger.
Eine zweite Auswertung derselben Klinik mit 1.610 Fastenden zeigt, wie wenig die Suppe an Energie beiträgt. Gäste, die nur Suppe bekamen und auf Saft und Honig verzichteten, kamen auf 72 statt 236 Kilokalorien und auf 15,6 statt 56,5 g Kohlenhydrate am Tag. Ihre Ketose war stärker. Laut den Autoren bleibt die Ketose mit so kleinen Mengen Kohlenhydraten bestehen und fällt nur unterschiedlich stark aus. Beide Auswertungen haben keine Kontrollgruppe, und das Team arbeitet für die Klinik.
3. Kochen Sie Ihre Gemüsebrühe selbst
Für sechs bis sieben Tassen reicht ein Bund Suppengrün aus dem Supermarkt, ergänzt um eine Zwiebel. Kochen Sie am Entlastungstag vor dem Fasten, dann steht die Brühe bereit, wenn der erste Hunger kommt.
- 2 Liter kaltes Wasser
- 2 Karotten und ein Viertel Knollensellerie (etwa 150 g) oder 2 Stangen Staudensellerie
- 1 Stange Lauch, längs halbiert und gründlich gewaschen
- 1 Zwiebel, mit Schale halbiert
- ein halbes Bund Petersilie mit Stielen
- 2 Lorbeerblätter, nach Belieben 5 Pfefferkörner und ein Zweig Liebstöckel
- 1 gestrichener Teelöffel Salz, etwa 6 g
- Rösten Sie die Zwiebelhälften mit der Schnittfläche nach unten in einer Pfanne ohne Fett, bis sie dunkelbraun sind. Das gibt der Brühe Farbe und Geschmack.
- Schneiden Sie das übrige Gemüse grob, geben Sie es mit Zwiebel, Lorbeer und Pfeffer in das kalte Wasser und bringen Sie alles zum Kochen.
- Lassen Sie die Brühe 45 bis 60 Minuten bei kleiner Hitze leise köcheln, den Deckel halb aufgelegt. Die Petersilie kommt für die letzten zehn Minuten dazu.
- Gießen Sie die Brühe durch ein feines Sieb ab, ohne das Gemüse auszudrücken. So bleibt sie klar.
- Salzen Sie erst jetzt. Dann wissen Sie genau, wie viel Salz in jeder Tasse steckt.
Übrig bleiben etwa 1,6 Liter. In Schraubgläsern hält die Brühe im Kühlschrank drei Tage, in Portionen zu 250 ml eingefroren etwa drei Monate. Das ausgekochte Gemüse können Sie einfrieren und am ersten Aufbautag zu einer Suppe pürieren. Viele Fastenkurse kochen außerdem eine Kartoffel mit, die Brühe wird dadurch etwas gehaltvoller.
4. Rechnen Sie mit Kalorien und Natrium pro Tasse
Die Kalorien kommen vor allem aus dem Zucker, der beim Köcheln aus Karotten und Zwiebel ins Wasser übergeht. Wie viel das ist, schwankt mit dem Gemüse und damit, ob Sie absieben oder pürieren. Die Werte sind deshalb grobe Schätzungen für eine Tasse von 250 ml:
| Brühe, 250 ml | Kalorien, etwa | Natrium, etwa | Beim Heilfasten |
|---|---|---|---|
| Selbst gekocht, abgesiebt, ohne Salz | 5 bis 15 kcal | unter 50 mg | Passt, liefert aber kaum Salz |
| Selbst gekocht, abgesiebt, 1 Teelöffel Salz auf 2 Liter | 5 bis 15 kcal | 300 bis 400 mg | Die übliche Wahl |
| Mit einer Kartoffel gekocht, abgesiebt | 10 bis 20 kcal | je nach Salz | Passt |
| Gemüse mitpüriert | 25 bis 40 kcal | je nach Salz | Besser für die Aufbautage |
| Instant aus dem Glas, nach Packungsangabe | 5 bis 15 kcal | oft 600 bis 1.000 mg | Passt, Etikett prüfen, eventuell halb dosieren |
| Knochenbrühe | 30 bis 50 kcal | je nach Salz | Bringt Eiweiß, beim klassischen Heilfasten nicht vorgesehen |
Ein gestrichener Teelöffel Salz wiegt etwa 6 g und enthält rund 2,3 g Natrium. Auf dem Etikett steht meist nur der Salzgehalt. Teilen Sie ihn durch 2,5, dann haben Sie das Natrium. Achten Sie auf die Angabe pro zubereiteter Portion, denn die Spalte pro 100 g meint das trockene Pulver. Lesen Sie bei Gemüsebrühe aus dem Glas auch die Zutatenliste: Stehen Zucker, Maltodextrin oder Palmfett weit vorne, kommen Kalorien dazu, die Sie beim Fasten nicht brauchen.
5. Trinken Sie ein bis zwei Tassen zur richtigen Zeit
An Buchinger-Tagen reichen ein bis zwei Tassen am Tag. In Überlingen gab es die Suppe abends, in vielen Fastenkursen gibt es sie mittags. So kann ein Fastentag zu Hause aussehen:
- 8 Uhr: Kräutertee und ein großes Glas Wasser.
- 12:30 Uhr: eine Tasse Brühe, heiß und langsam gelöffelt, über zehn Minuten.
- Nachmittags: ein Spaziergang von 45 Minuten, danach Tee.
- 18:30 Uhr: ein Glas Saft oder eine zweite Tasse Brühe, wenn Sie frieren oder müde sind.
- Über den Tag: zwei bis drei Liter Wasser und ungesüßter Kräutertee. Die Brühe ersetzt diese Menge nicht.
Bei einem Fasten über 24 oder 36 Stunden trinken Sie die Tasse, wenn Kopfschmerzen oder Frösteln einsetzen, oft am Nachmittag. Füllen Sie die Brühe morgens heiß in eine Thermoskanne, dann klappt das auch im Büro. In FastTrack sehen Sie am Timer, wie lange Sie schon fasten und in welcher Phase Sie gerade sind, und tragen Wasser und Tee ein. Abends sehen Sie dann, ob Ihre Trinkmenge gereicht hat.
6. Klären Sie das Salz vorher ab und kennen Sie die Warnzeichen
Mit Bluthochdruck, Herzschwäche oder einer Nierenerkrankung besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie viel Salz für Sie in Ordnung ist, bevor Sie die Brühe salzen. Nehmen Sie Blutdrucksenker oder Entwässerungstabletten, gehört auch deren Dosis vorher auf den Prüfstand, denn der Blutdruck sinkt beim Fasten oft. Kalium- oder Magnesiumpräparate nehmen Sie nur auf ärztlichen Rat, weil zu viel Kalium den Herzrhythmus stören kann.
Nur mit Wasser fasten Sie über 72 Stunden ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht. Eine Auswertung aus einer Fastenklinik in Kalifornien umfasste 768 Aufenthalte, bei denen mindestens zwei Tage lang nur Wasser getrunken wurde. Die meisten Nebenwirkungen waren leicht. Bei 212 Aufenthalten kam es aber zu einer schweren Nebenwirkung, bei einem weiteren zu einer lebensbedrohlichen. Das Team hält das Vorgehen in einem medizinischen Rahmen für sicher.
Beenden Sie das Fasten und holen Sie ärztlichen Rat, wenn ein Schwindel im Sitzen nicht vergeht, Ihnen schwarz vor Augen wird oder Ihr Herz stolpert oder rast. Nach einer Ohnmacht oder bei Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112, außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den Bereitschaftsdienst unter 116117. Mit Diabetes und Insulin oder Tabletten fasten Sie nur mit ärztlicher Begleitung. In Schwangerschaft und Stillzeit, mit einer Essstörung in der Vorgeschichte und unter 18 Jahren verzichten Sie ganz.
7. Beenden Sie das Fasten mit einer Suppe
Ein Heilfasten endet traditionell mittags mit einem Apfel. Abends wird aus der Brühe eine Suppe: Kochen Sie eine Kartoffel und zwei Karotten darin weich und pürieren Sie alles, oder nehmen Sie das eingefrorene Gemüse vom Anfang. Dazu passt eine Scheibe Knäckebrot. Am zweiten Aufbautag essen viele mittags Pellkartoffeln mit Kräuterquark und abends wieder Suppe.
Nach 24 oder 36 Stunden ohne Essen trinken Sie zuerst eine Tasse Brühe und essen 15 bis 30 Minuten später eine kleine Mahlzeit mit Eiweiß, etwa Rührei mit gedünstetem Gemüse. Welche Mengen nach welcher Fastendauer passen, steht unter Fasten richtig brechen.
Kurz gesagt
Beim Fasten mit Gemüsebrühe trinken Sie ein bis zwei Tassen klare, gesalzene Brühe am Tag, mit etwa 5 bis 15 Kilokalorien pro Tasse. Das Natrium bestimmen Sie über das Salz: Ein gestrichener Teelöffel auf zwei Liter ergibt rund 350 mg pro Tasse. Beim Intervallfasten gehört die Brühe ins Essensfenster, beim Heilfasten ist sie fester Bestandteil. Mit Bluthochdruck, Herz- oder Nierenerkrankung klären Sie die Salzmenge vorher ärztlich.
Häufige Fragen
Bricht Gemüsebrühe das Fasten?
Streng genommen ja, denn eine abgesiebte Tasse hat etwa 5 bis 15 Kilokalorien. Beim Intervallfasten trinken Sie sie deshalb im Essensfenster. Beim Heilfasten nach Buchinger gehört sie dazu, und in einer großen Klinikauswertung blieb die Ketose mit solchen kleinen Mengen erhalten.
Wie viel Gemüsebrühe darf man beim Fasten am Tag trinken?
Üblich sind ein bis zwei Tassen zu je 250 ml, mittags oder abends. Dazu kommen zwei bis drei Liter Wasser und Kräutertee. Mit Bluthochdruck, einer Herz- oder Nierenerkrankung legen Sie die Salzmenge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest.
Kann ich Gemüsebrühe aus dem Glas zum Fasten nehmen?
Ja, wenn Sie vorher das Etikett lesen. Teilen Sie den Salzgehalt pro zubereiteter Tasse durch 2,5, dann haben Sie das Natrium, und meiden Sie Pulver mit Zucker oder Maltodextrin weit vorne in der Zutatenliste. Viele Pulver bringen pro Tasse mehr Salz als eine selbst gekochte Brühe, dann reicht oft die halbe Dosierung.
Was ist der Unterschied zwischen Suppenfasten und Fasten mit Gemüsebrühe?
Beim Fasten mit Gemüsebrühe trinken Sie abgesiebte Brühe mit wenigen Kilokalorien. Beim Suppenfasten essen Sie mehrmals am Tag pürierte Gemüsesuppen und kommen damit auf deutlich mehr Energie. Suppenfasten ist damit eher eine leichte, kalorienarme Kost für ein paar Tage.
Wie lange hält selbst gekochte Gemüsebrühe?
Im Kühlschrank hält sie in einem verschlossenen Glas etwa drei Tage. Eingefroren in Portionen zu 250 ml hält sie rund drei Monate. Für eine Fastenwoche kochen Sie am besten einmal am Entlastungstag und einmal zur Wochenmitte.
Verfolgen Sie Ihr Fasten mit FastTrack
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FastTrack herunterladenMedizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle ärztliche Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt, bevor Sie einen Fasten- oder Ernährungsplan beginnen oder ändern, insbesondere wenn Sie an einer Vorerkrankung leiden, schwanger sind oder Medikamente einnehmen.
Quellen
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- Wilhelmi de Toledo F, Grundler F, Bergouignan A et al. (2019). Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. PLoS One, 14(1), e0209353. Auf PubMed ansehen
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